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Die stillen Signale des Jupiter

Seit Jahrzehnten empfangen Radioteleskope ein Rauschen vom größten Planeten des Sonnensystems. Was steckt dahinter?

Von Jonas Weber/12. März 2025

Wer in einer klaren Nacht nach Süden blickt, sieht Jupiter als ruhigen, gelblichen Punkt. Nichts daran wirkt laut. Und doch ist der Gasriese die stärkste natürliche Radioquelle unseres Sonnensystems nach der Sonne — ein Sender, der seit Milliarden Jahren ununterbrochen arbeitet.

Entdeckt wurde das Phänomen 1955 eher beiläufig. Zwei Astronomen suchten nach Störungen in ihren Messungen und fanden stattdessen ein regelmäßiges Knistern, das immer dann auftrat, wenn Jupiter über dem Horizont stand. Das Magnetfeld des Planeten, rund zwanzigtausendmal stärker als das der Erde, beschleunigt geladene Teilchen auf gewaltige Geschwindigkeiten.

Besonders spannend wird es beim Mond Io. Der vulkanisch aktivste Körper des Sonnensystems schleudert jede Sekunde eine Tonne Schwefelverbindungen ins All. Diese Teilchen bilden einen leuchtenden Ring um Jupiter und schließen mit dem Planeten einen elektrischen Stromkreis von mehreren Millionen Ampere.

Die Raumsonde Juno umkreist Jupiter seit 2016 in einer stark elliptischen Bahn und taucht dabei regelmäßig tief in die Strahlungsgürtel ein. Ihre Instrumente sind in einem Titanpanzer untergebracht — ohne ihn wären die Elektronikbauteile innerhalb weniger Umläufe zerstört.

Was Forscherinnen und Forscher besonders interessiert: Die Radiosignale erlauben Rückschlüsse auf das Innere des Planeten. Aus der Struktur des Magnetfelds lässt sich ableiten, wie tief die Schicht aus metallischem Wasserstoff reicht, in der das Feld entsteht.

Vielleicht liegt darin der eigentliche Reiz der Jupiterforschung. Wir hören einem Planeten zu, der nichts sagen will — und erfahren dabei mehr über die Entstehung von Welten, als jedes Bild uns zeigen könnte.

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