Wie man Erde selbst mischt
Fertige Blumenerde ist ein Kompromiss. Drei Zutaten genügen für ein deutlich besseres Substrat.

Die meisten Wurzelprobleme bei Zimmerpflanzen sind keine Gießprobleme, sondern Substratprobleme. Handelsübliche Blumenerde besteht überwiegend aus fein zersetztem Material, das sich mit der Zeit verdichtet. Die Luftporen verschwinden, die Wurzeln ersticken.
Eine gute Mischung besteht aus drei Komponenten: einem Grundstoff, der Nährstoffe hält, einem Strukturgeber, der Hohlräume schafft, und einem Zuschlag für die Drainage.
Als Grundstoff eignet sich torffreie Erde auf Kompost- und Kokosbasis. Torf sollte aus Klimagründen ohnehin tabu sein: Die Entwässerung von Mooren verursacht in Deutschland jährlich Millionen Tonnen CO₂.
Der Strukturgeber ist entscheidend. Pinienrinde in Stücken von fünf bis zehn Millimetern hält jahrelang stabile Hohlräume offen. Für die meisten Grünpflanzen funktioniert ein Verhältnis von etwa sechs Teilen Erde, drei Teilen Rinde und einem Teil Perlit oder Bimskies.
Sukkulenten brauchen das umgekehrte Verhältnis: mindestens die Hälfte mineralischer Anteil. Aroideen wie Monstera gedeihen sogar fast rein in Rinde, solange regelmäßig gedüngt wird.
Der Test ist einfach: Gießen Sie Wasser auf die fertige Mischung. Läuft es innerhalb weniger Sekunden durch und bleibt das Substrat locker, haben Sie alles richtig gemacht.